Sigmund Freud nannte es die "erste Kränkung" der Menschheit: Kopernikus zeigte, dass die Erde nicht das Zentrum des Universums ist. Dies wird als Fortschritt gefeiert. Doch zu welchem Preis?
Vor Kopernikus lebte der Mensch in einem bedeutungsvollen Kosmos: - Die Erde im Zentrum einer göttlich geordneten Sphäre - Der Mensch als Mittelpunkt der Schöpfung - Wissenschaft und Religion als zwei Wege zur selben Wahrheit
Nach Kopernikus wurde der Mensch zu einem kosmischen Unfall: - Ein Staubkorn auf einem unbedeutenden Planeten - In einem gleichgültigen, unendlichen Universum - Ohne Zweck, ohne Richtung, ohne Bedeutung
Philosoph Jochen Kirchhoff argumentiert: Das kopernikanische Weltbild erzeugte eine tiefe, weitgehend unbewusste Krise. Es trennte Makrokosmos von Mikrokosmos, Wissenschaft von Spiritualität, Mensch von Kosmos.
Die Zellularkosmologie stellt die Verbindung wieder her — nicht aus nostalgischem Stolz, sondern weil die Struktur des Kosmos es verlangt.